Nähen nonstop

Vor etwas mehr als einer Woche brach ich auf zu meinem ersten Nähcamp. Nähen gehört mittlerweile zu meinem Leben dazu. T-Shirts, Röcke, Pullover und Kleider für die Kinder und auch für mich. Dazu das Ausbessern von Kleidung oder das Upcycling vermeintlich nicht mehr brauchbarer Stoffe. Die Ausschreibung eines Nähcamps kam da gerade recht und versprach neue Inspirationen, den Austausch mit anderen Nähbegeisterten und das Fertigstellen verschiedenster Projekte. Also angmeldet und los ging’s. Zwanzig Frauen in einem Raum und ungefähr doppelt so viele Nähmaschinen. Und die surrten und ratterten nahezu ununterbrochen. Da entstanden Taschen, Blusen, Röcke, Kleider, T-Shirt, Hosen und auch Unterwäsche. Zwischendurch wurde gefachsimpelt, Adressen der jeweiligen Stofflieferanten und Schnittmusternamen ausgetauscht. So manches mal reichte es dann schon, dass ein Name fiel und mindestens ein Drittel der Anwesenden genau wussten, ob es sich dabei um ein Schnittmuster für Hoodie, Shirt oder Hose handelte. Doch auch wer nicht so firm in diesem Namen war, vielleicht noch keine mehrere Ordner umfassende Schnittmustersammlung aufweisen konnte, profitierte von diesem Austausch. Ich gebe zu, als ich nach Hause fuhr, war die Liste der Dinge, die ich dringend einmal nähen will, ungefähr auf das Dreifache angewachsen. Zum Austausch mit den anderen kamen Workshops wie das Herstellen von Bienenwachstüchern. Da wurde nicht nur erklärt, sondern auch selbst ausprobiert. Alles war super vorbereitet und viele nützliche Tipps gehörten dazu. Zu den Bienenwachstüchern muss ich noch mal extra etwas schreiben. Die Herstellung und ihre Verwendung wird mich in den nächsten Wochen noch beschäftigen. Dabei muss ich zugeben, dass ich vergessen habe, mir die ganzen guten Tipps aufzuschreiben. Das ist übrigens mein ultimativer Rat, solltet ihr solch ein Camp auch mal besuchen. Nehmt etwas zum Schreiben mit und haltet alle Tipps und Hinweise schriftlich fest. Denn das sind so viele, dass ich sie gar nicht alle behalten konnte. Ach ja, genäht habe ich natürlich auch noch. Entstanden ist z. B. ein Mini Melian von Melian´s kreatives Stoffchaos. Die Kapuze hat keine Kordeln bekommen, da das Kind keine wollte. Ich habe mich auch gegen die zweite „Ecke“ entschieden. Im Nachhinein bin ich ziemlich froh darüber, denn es war ein ganz schönes Gefrickel, bis die Spitze ordentlich aussah. Das war natürlich auch meinem eigenen Perfektionismus geschuldet. Doch ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass ich die entsprechenden Nähte mehr als einmal wieder aufgetrennt habe. Der Hoodie aber ist großartig beim Kind angekommen und wird ziemlich oft getragen, und zwar immer dann, wenn er gerade wieder aus der Waschmaschine raus und trocken ist. Es wird also in den nächsten Wochen ein zweiter in dünnerem Stoff entstehen. Und damit Kind zwei sich nicht ungerecht behandelt fühlt, habe ich natürlich auch für sie genäht. Entstanden ist das Louisa-Kleid von Compagnie M. Ja, die Knöpfe sind schief. Sie sind auf dem Bild auch noch nicht angenäht. Zum Glück, denn das Kind hat sich im Nachhinein für ganz einfache schwarze entschieden, was auf dem pinken Stoff aber ziemlich gut aussieht. Nähen ließ sich das Kleid sehr gut, bis auf den Umstand, dass ich bis zu diesem Tag keinen Nähfuß für nahtverdeckte Reißverschlüsse besaß. Das habe ich übrigens mittlerweile geändert, denn, wie gesagt, mein Perfektionismus… Aber auch ohne ist das Kleid beim Kind ein Volltreffer. Am beliebtesten ist die große Tasche, in der nicht nur die Hände verschwinden können, sondern auch Spielzeug heimlich in die Schule geschmuggelt werden kann. So wird es wohl für den Sommer eine Version in Leinen oder ähnlichem geben. Das waren natürlich nicht die einzigen Nähprojekte in den drei Tagen. Zu zwei anderen wird es in den nächsten Tagen noch eigene Blogpost geben. Ihr dürft also gespannt sein. So kann ich auch mit ein wenig zeitlichem Abstand sagen, dass sich dieses Wochenende wirklich gelohnt hat. Wenn ihr also die Gelegenheit habt, selbst mal an einem Nähcamp teilzunehmen, dann nur zu. Und hinterlasst mir eure Erfahrungen oder Anmerkungen oder Fragen doch einfach in den Kommentaren. Übrigens: unser Nähcamp wurde organisiert von Die MachBar.