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Leben in Coronazeiten

Mittlerweile sind wir sechs Wochen zuhause – zwei Erwachsene mit Fulltimejob im Homeoffice und zwei Erstklässler, die mit Mama oder Papa am Esstisch Lesen und Schreiben lernen sollen. Dazu der Haushalt, der kleine Garten, die Sorge um die betagte Urgroßmutter, die Großeltern… Ach ja, den verrückten Hund haben wir auch noch. Aber der bringt uns wenigstens regelmäßig an die frische Luft. Wir haben uns eingerichtet in dieser neuen Normalität, wobei ich es nicht Normalität nennen mag. Dagegen sträube ich mich innerlich, denn ich will einfach nicht oder noch nicht akzeptieren, dass zwei Meter Abstand und eine Mund-Nase-Bedeckung für uns normal werden sollen. Ich glaube, dass die derzeitigen Maßnahmen sinnvoll sind. Da gibt es für mich keine Frage. Aber normal nenne ich sie trotzdem nicht.

Doch wir haben uns eingerichtet. Auch wenn ich hier und da ein Ventil brauche, um mal Luft abzulassen, wenn der Lagerkoller zu groß wird. Ihr kennt das sicher. So sitze ich gerade mit den beiden Erstklässlern am Esstisch und lerne mit ihnen zusammen, was verwandte Matheaufgaben sind und das Nachspuren von Buchstabenkombinationen. Die ersten Sätze werden geschrieben und ich nutze die Zeit, um euch ein wenig aus unserem Coronaalltag zu erzählen. Vielleicht mögt ihr es lesen und selbst von euren Erfahrungen in den Kommentaren berichten. Gemeinsam können wir uns dadurch Mut machen, durch diese Zeit helfen.

Wie schon gesagt, wir haben uns in dieser Zeit eingerichtet. Aber es hat seine Zeit gebraucht. Wir haben dabei wirkliche Täler durchschritten, den schlimmsten Lagerkoller erlebt und auch ein paar Regeln aufgestellt. So beginnt der Tag mittlerweile bei uns mit einem entspannten Frühstück. Alle zusammen an einem Tisch ohne Hast und Eile. Dabei besprechen wir, was für den Tag anliegt. Jeder darf seine Wünsche zur Tagesgestaltung sagen. Das wird dann ausdiskutiert und gemeinsam beschlossen. Auf jeden Fall fangen wir mir den Schulaufgaben der Kinder an. Der Plan, den wir von der Schule bekommen haben, ist ziemlich ambitioniert und so manches Mal kämpfen wir mit der Motivation. Wenn wir nicht jeden Tag eineinhalb Stunden investieren, dann geraten wir schnell unter Zeitdruck, denn gelöste Aufgaben müssen regelmäßig abgegeben werden. Aber an den Wochenenden, an Feiertagen und in den Ferien wird nicht gearbeitet- zumindest die Kinder nicht. Wir Erwachsenen halten das nicht durch, denn wir versuchen unsere Arbeit möglichst um die Kinder drumherum zu organisieren und das heißt auch, dass wir am Abend, wenn die Kinder im Bett sind, und an den Wochenenden arbeiten. Wir haben als Erwachsene allerdings noch eine Grundsatzentscheidung getroffen. Kein Druck auf die Kinder in Sachen Schule. Wenn sie etwas doch nicht in der vorgegebenen Zeit schaffen oder Fehler machen, dann ist das in Ordnung. Dann geben wir es trotzdem so ab. Schule soll auch unter diesen Bedingungen noch Spaß machen. Die Kinder müssen schon genug aushalten im Coronaalltag.

Das zur Pflicht. Am Nachmittag kommt dann immer die Kür. Dann spielen wir, basteln, malen, machen Quatsch, fahren Fahrrad. Dann wird es laut und trubelig bei uns im Haus. Nicht immer einfach, weil das meistens meine Arbeitszeit ist. Aber es geht. Und als Familie wachsen wir noch einmal ganz anders zusammen. Zur Zeit bringt uns das dazu zu überlegen, ob wir die Kinder nach den Sommerferien noch wieder in den Hort geben werden. Nach derzeitigem Stand ist der Hort bis zu den Sommerferien sowieso erstmal zu und wir schaffen Möglichkeiten, wie wir die Tage dennoch auf die Reihe bekommen. Außerdem waren wir nie ganz zufrieden mit dem Hort. Das Geld könnten wir als gut in eine Haushaltshilfe investieren, die vielleicht auch dann da ist, wenn wir mal beide gleichzeitig außer Haus arbeiten müssen und die Kinder sonst alleine zuhause wären, was sie übrigens immer besser lernen. Und sie werden ja auch älter…

Und dann gibt es da diese Momente, in denen ich abschalte – an der Nähmaschine, im Garten. Gerade entsteht ein Kleid für meine Tochter und der Zuschnitt für eine Bluse für mich liegt auch schon bereit. Da berichte ich euch dann natürlich auch – hier oder bei Instagram oder Facebook. Und sicher erzähle ich euch in den nächsten Tagen auch noch mehr davon, wie der Alltag bei uns so läuft. Schreibt doch mal in die Kommentare, wie der Alltag bei euch aussieht. Liebe Grüße, Trine!

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