Jetzt kann gespült werden…

Als wir anfingen, uns Gedanken über mehr Nachhaltigkeit in unserem Haushalt zu machen, gab es eine Bedingung, die mein Mann sofort in den Raum stellte oder besser gesagt zwei. Erstens sollte nicht gleich alles auf einmal umgekrempelt werden, und zweitens war er nicht zu allzu vielen Abstrichen bereit. Also fingen wir mit kleinen Dingen in der Küche und im Bad an. Lange schon waren uns die aktuellen Spüllappen ein Dorn im Auge. Eigentlich sollten sie im Geschirrspüler mitgewaschen werden können und deshalb länger halten als die üblichen Wegwerfspültücher. Doch jedes Mal, wenn wir sie aus dem Geschirrspüler holten, fühlten sie sich irgendwie glitschig an. Oft hatten wir auch das Gefühl, dass sich in ihnen das dreckige Spülwasser gesammelt hatte. Zufrieden waren wir also nie mit dieser Lösung. Vor einiger Zeit stieß ich im Internet auf selbstgestrickte Spüllappen nach dänischem Vorbild. Passenderweise kam ich gerade von einem Kurztrip aus Dänemark zurück. Doch aus welchem Material sollten sie gestrickt werden und wären sie auch heiß zu waschen? Letzteres war für mich übrigens ein entscheidendes Kriterium. Die Spüllappen sind bei uns so oft in Gebrauch und auch die Kinder nutzen sie mal für ihre Zwecke. Da ist regelmäßiges und möglichst heißes Waschen unabdingbar. Nach einigem Überlegen entschied ich mich trotz aller Vorbehalte für Baumwolle. Die Haptik und das gute Saugverhalten gaben den Ausschlag. Also machte ich mich auf die Suche nach möglichst heiß waschbarer Baumwolle mit GOTS-Zertifizierung. Gar nicht so einfach. Die meiste Baumwolle hat Waschempfehlungen von 30 Grad. Außerdem wollte ich auch nicht Unmengen an Geld ausgeben. So wurde es am Ende doch eine Baumwolle mit 30 Grad Waschempfehlung. Auf ausgefallene Farben habe ich verzichtet. Die Farbstoffe kann ich mir für Spüllappen ruhig sparen. Gestrickt war das erste Exemplar dann auch ganz schnell. Das geht abends parallel zum Fernsehen. Die Kinder haben jeden Abend geschaut, wann ich wohl endlich fertig bin. Bevor der Lappen in Gebrauch ging, habe ich ihn bei 40 Grad mitgewaschen und durch den Trockner gejagt. Ich hatte im Internet gelesen, dass er, wenn er dann nicht einläut, auch beim heißen Waschen bei 60 Grad nicht einlaufen würde. Hat geklappt, kann ich sagen. Erstmal aber folgte der Praxistest. Ohne groß etwas zu sagen, tauschte ich das alte Ekelexemplar gegen den neuen Lappen aus. Ich selbst war schon bei der ersten Benutzung begeistert. Ein paar Tage später kam das Urteil meines Mannes, der bei uns hauptsächlich die Küche macht. „Der fasst sich gut an und trocknet schnell und wischen tut er auch gut.“ Praxistest bestanden würde ich sagen. Nun dürfen noch ein paar Wechselexemplare entstehen und sicher auch noch das eine oder andere zum Verschenken… Vielleicht mögt ihr es selbst probieren. Einfach eine entsprechende Menge Maschen aufnehmen und in wechselnd rechten und linken Maschen bis zur gewünschten Größe stricken. Ich nehme immer eine ungerade Anzahl an Maschen. Dann muss ich mir nicht merken, ob ich mit einer rechten oder linken Masche in der jeweiligen Reihe anfangen muss. Ich fange einfach immer mit einer rechten Masche an und habe bei meinem Garn 61 Maschen angeschlagen. Dabei nehme ich die Maschen mit zwei Nadeln auf. Dann ist der Rand nicht so eng. Wenn ihr selbst noch Tipps oder Fragen zum Thema habt, dann hinterlasst sie einfach in den Kommentaren. Eure Trine!