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Ein Besuch im Wildpark

Wenn schon keinen Urlaub, dann wenigstens einen Tag Auszeit. Das ist in diesen Tagen ein wenig unser Motto, denn in all dem Corona-Alltag merken wir, wie gut es tut, einfach mal rauszufahren. Also nutzen wir die Gelegenheit dazu sooft es geht. An diesem Wochenende sind wir in den Wildpark Lüneburger Heide gefahren. Unsere Kinder lieben Tiere, freuen sich über jeden Spielplatz und toben einfach gerne draußen rum. Das Wetter war durchwachsen, aber es sollte trocken bleiben. Also haben wir unsere Rucksäcke gepackt – mit Snacks und Broten, etwas Süßem und den notwendigen Getränken.

Am Wildpark angekommen, war der Parkplatz schon gut gefüllt und die „Massen“ strömten Richtung Eingang. Im Eingangsbereich gilt Maskenpflicht. Aber dank zahlreicher ordnender Hände, unkomplizierter Bezahlung auch per Karte und der Möglichkeit, im Internet schon Tickets zu bestellen, war es kein Problem, mit Abstand ziemlich zügig in den Park zu gelangen. Die Eintrittspreise sind gemessen an der Größe und dem Angebot im Park angemessen. Wir entschieden uns für ein Familienticket nur für den Park. Man kann auch ein Kombiticket in Kombination mit dem neuen Baumwipfelpfad kaufen, aber zum einen wussten wir nicht, wieviel Zeit wir im Wildpark verbringen würden und zum anderen war das Wetter ja nicht so ganz beständig. Außerdem ließe sich ein weiteres Ticket für den Baumwipfelpark ja schnell erwerben. Schade ist nur, dass man zwar für den Wildpark als auch für den Baumwipfelpfad Familienkarten erwerben kann. Das Kombiticket gibt es aber nur als einzelne Tagestickets und nicht als Familienkarte. Dennoch ist der Eintritt, sollte man die Kombitickets wählen, zusammengerechnet günstiger als je einzelne Familienkarten für Wildpark und Baumwipfelpfad. Ach ja, der Hund darf auch mit (allerdings nicht auf den Turm im Baumwpfelpfad) und kostet überall einen Euro Eintritt. Dafür gibt es dann auch gleich ein Hundeserviceset (Papierpoopbeutel) dazu.

Hat man die Eingangsschleusen passiert, steht man gleich auf dem großen Spielplatz und an dem Ort, an dem die zentralen Versorgungsstationen zu finden sind. Der Pommesgeruch ist dann auch so verführerisch, dass gerade die Kinder am liebsten gleich hier geblieben wären. Aber wir konnten sie damit vertrösten, dass auf dem Weg im Park sicher auch noch etwas zu finden wäre. Und zur Not hätten wir ja auch noch etwas zum Essen im Rucksack. So konnten wir dann auch erstmal zum Tiere Bestaunen aufbrechen. Gerade am Anfang sind die Wege sind zur Zeit als Einbahnstraßen konzipiert. Das ist auch gut so, denn am Sonntag war es trotz des durchwachsenen Wetters ziemlich voll. Nicht nur am Eingang. Überall. Aber das tat dem Vergnügen keinen Abbruch. Gleich am Anfang das zur Zeit nicht zu betretenden Streichelgehege mit den Ziegen. Aber die kleinen und großen Exemplare lassen sich auch gerne direkt am Zaun füttern. Überhaupt lockt der Zoo im Frühling mit vielen Jungtieren. An allen Gehegen steht dann auch wie sie heißen bzw. wann sie geboren wurden.

An Muflons, Eseln, Moschusochsen vorbei schlängelt sich der Weg durch den Wildpark. Wild ist hier wirklich noch Programm. Die Wege sind Waldwege mit Wurzeln und Kurven rund um Bäume und auch mal etwas uneben. Wer gepflasterte Wege erwartet, wird hier enttäuscht. Dennoch war die Nutzung mit Boller- und Kinderwagen kein Problem. Als Rollstuhlfahrer allerdings braucht man hier und da vielleicht doch etwas Hilfe, gerade an den Pforten zu den Wildgehegen, die mit starken Federn versehen sind, damit die Tiere nicht ihre eigenen Wege gehen. Außerdem gehen die Wege auch mal etwas steiler bergan oder bergab.

Viele der Tiere lassen sich füttern. Highlight der Kinder. Immer wieder stehen Automaten, an denen man das passende Futter erwerben kann. Auch Sitzgelegenheiten bis hin zu kleinen Schutzhütten mit Tisch und immer wieder kleine Spielgeräte sind überall zu finden. Wenn die Kinder, so wie unsere, am liebsten jedes Spielgerät ausprobieren würden, dann sollte man Zeit einplanen. Zum einen war der Park so voll, dass man an den attraktiveren Geräten anstehen musste. Zum anderen waren es so viele, dass alleine das schon für einen langen Aufenthalt sprach. Manchmal waren die Spielgeräte auch attraktiver als die Tiere.

Neben den Spielgeräten und Sitzgelegenheiten gibt es immer wieder kleinere oder größere gastronomische Angebote. Vom kleinen Kiosk bis zum Restaurant, die Preise sind parküblich. Zur Zeit besteht beim Erwerb der Köstlichkeiten natürlich Maskenpflicht, aber daran haben wir uns ja fast schon gewöhnt. Auch sanitäre Einrichtungen sind überall zu finden und, soweit ich sie gesehen habe, in gutem und sauberem Zustand. Gerade mit Kindern, die da ja etwas häufiger Bedürfnisse haben, ist das immer wichtig. Wir haben dann im Auge des Tigers, der allerdings an diesem Tag etwas schläfrig war, unseren Proviant ausgepackt und fröhlich gegessen, während die Kinder das große Raubtier bewunderten. An dieser Stelle haben wir uns dann auch entschieden, den kleineren Rundweg zu nehmen, um vielleicht doch noch Chancen auf den Baumwipfelpfad zu haben. Dieser ist aber nicht weniger schön als der große. Ganz klarer Höhepunkt für die Kinder waren die Bären, von denen einer gerade badete. Leider sind hier, wie auch vielen anderen Orten, die Hütten, in denen man durch große Glasscheiben dichter dran ist, aus hygienischen Gründen zur Zeit geschlossen. Bei den Bären heißt dies allerdings, dass die Futterröhre nicht zugänglich ist. Entsprechend werfen viele das Futter einfach so ins Gehege, das auf Grund des Grabens dann aber kaum beim Bären ankommt. Irgendwann bemüßigte sich das große Tier zum Glück, in den Graben hinabzusteigen und sich zu suchen, was er denn gerne davon noch fressen würde. Aber gerade das Füttern an der Röhre ist sonst das eigentlich Faszinierende an dieser Stelle. Wann kann man einem Bären sonst schon so nahe kommen, dass nur noch eine Glasscheibe trennt. Auf Grund der aktuellen Hygienebestimmungen sind zudem gerade alle öffentlichen Fütterungen und die Flugshows ausgesetzt. Das ist so der kleine Wehrmutstropfen an diesem Tag. Doch dadurch haben wir uns den Spaß nicht verderben lassen.

Irgendwann kamen wir dann auch am großen Spielplatz am Ein- bzw. Ausgang wieder an. Während mein Mann und ich uns eine Bank als „Hauptquartier“ suchten, waren die Kinder schnell in den Klettergerüsten verschwunden. Favorit war das Trampolin und nicht nur hier, sondern auch auf dem gesamten Spielplatz gilt: Abstand ist hier nicht möglich. Da kann man seine Kinder noch so instruiert haben, darauf zu achten. Es sind einfach so viele Kinder da, die hier spielen wollen und auf den Wegen der Kletterlandschaft wird man sich immer irgendwie begegnen und dabei keinen gesetzlichen Abstand einhalten können. Doch da das alles unter freiem Himmel stattfindet und dort die Ansteckungsgefahr nach Studien deutlich geringer ist, haben wir uns da nicht so die Gedanken gemacht. Vielmehr machte uns dann ein plötzlicher Regenguss einen Strich durch die Rechnung. Der scheuchte uns schnell unter ein kleines Vordach und bewog uns auch, an diesem Tag auf den Baumwipfelpfad zu verzichten. Zum Glück wohnen wir nicht zu weit weg und werden sicher bald schon einmal wiederkommen. Für uns war es ein wunderschöner Tag, fast wie ein kleiner Urlaub. Gerade das Natürliche, die nicht geteerten oder gepflasterten Wege, die vielen kleinen Möglichkeiten zum Pausemachen und Spielen und die verschiedenen Tiere machen diesen Wildpark für uns so attraktiv.

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